Kirchenpräsident besucht die Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten der EKD

Die Gleichstellungsbeauftragten der EKD hatten zu Ihrer Frühjahrskonferenz in Frankfurt den Kirchenpräsidenten der EKHN Dr. Volker Jung eingeladen. Ein Impulsreferat zu den Themen Lebensformen und Geflüchtete war vorgesehen. Sehr schnell ergab sich aber ein intensiver Dialog mit den Teilnehmenden. Dabei machte der Kirchenpräsident noch einmal deutlich, dass es inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Formen des familiären Zusammenlebens gibt und diese Erkenntnisse auch in die Orientierungshilfe zur Familie der EKD eingeflossen sind. Die Ehe mit tradierten Geschlechterrollen als „göttliche Ordnung“ zu begründen, berücksichtigt nicht dass diese biblische Vorstellung zeitbedingt ist und deshalb nicht normativ sein kann. Biblisch begründen lässt sich aber, dass es in Ehe und Familie darum geht, dass Menschen füreinander da sind und dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen. Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften basieren auf diesem Prinzip, die EKHN segnet deshalb gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

P1120874Die EKHN hat sich am Kongress „Trans*identität“ aktiv beteiligt. Der Kirchenpräsident setzt sich ausdrücklich dafür ein, dass jeder Mensch, so wie er ist, angenommen wird und es keine Diskriminierung trans*identärer Menschen geben soll.

Sorgen bereitet dem KP und den Konferenzteilnehmern, dass durch das Erstarken der neuen Rechten, tradierte und überholte Geschlechterrollen und eine Kriminalisierung und Ausgrenzung von Homosexuellen propagiert werden. Evangelikale Gruppen finden sich mit Ihrer Meinung zu Ehe, Familie und Homosexualität jetzt in diesem Spektrum wieder.

Ausdruck findet das neue gesellschaftliche Klima in öffentlichen Angriffen z.B. in Reden und im Internet in Form von Hassmails gegenüber Andersdenkender. Der Kirchenpräsident plädiert ausdrücklich für die Fortsetzung des Dialogs. Wichtig ist es ebenfalls öffentlich Position zu beziehen.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs berichtete der Kirchenpräsident noch kurz von seinen Besuch im griechischen Idomeni und der verzweifelten und hoffnungslosen Situation der Menschen dort. Als besonders bedrückend empfand er, dass z.B. Kinder dort alleine leben, die Angehörigen entweder in anderen Lagern oder noch in der Heimat sind und keinerlei Hoffnung auf Familienzusammenführung oder –nachzug besteht. Kirche hat sich, gerade auch wegen des Passus zum Familiennachzug, kritisch zum Asylpaket II geäußert.