Kategorie-Archiv: Aktuelles

Zum Bilde Gottes geschaffen – Transsexualität in der Kirche

In Deutschland leben aktuellen Schätzungen zufolge mehr als 1000.000 transsexuelle Menschen. Wie geht Kirche damit um? Christen und Christinnen haben den Auftrag, besonders für diejenigen da zu sein, die an den Rand gedrängt werden. Aber gibt es in Kirche und Gemeinde wirklich Zuwendung und Akzeptanz transsexuellen Menschen gegenüber?

Die Fachgruppe Gendergerechtigkeit der EKHN hat eine Broschüre zum Thema Transsexualität in der Kirche herausgegeben.

Die Broschüre enthält viele persönliche Erfahrungsberichte. Die Erfahrungen werden in den Zusammenhang von Informationen über wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt. Theologische, rechtliche und praktische Fragen werden erörtert.

Die Handreichung soll informieren und viele gute Diskussionen zum Thema Transsexualität in Kirche und Gesellschaft anregen.

Kirchenpräsident Volker Jung hat das Vorwort geschrieben, es endet mit dem Satz:

„Möge diese Handreichung vor allem dazu beitragen, dass transsexuelle Menschen sagen können: Ich bin gern in meiner Kirche.“

Hier die Handreichung: Transsexualitaet_Handreichung_EKHN_2018_web

Die Handreichung kann bei uns bestellt werden.

Pfarreinnentag unterstützt die Initiative zur Abschaffung des §219a

In seiner Mitgliederversammlung am 21.3.2018 hat sich der Pfarrerinnentag der EKHN der Stellungnahme der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau zum Paragraphen 219a angeschlossen.

Siehe: http://www.evangelischefrauen.de/tl_files/userFiles/Presse/EFHN_Stellungnahme_%C2%A7219a.pdf

Die Pfarrerinnen unterstützen die Forderung nach der Streichung des Paragraphen und fordern selbstbestimmten und ungestörten Zugang zu den Beratungsstellen. (Pressemitteilung)

Der Stabsbereich Chancengleichheit der EKHN schließt sich der Forderung der Abschaffung des §219a an.

 

Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit – warum es sich lohnt, für Feminismus zu streiten

Was haben Feminismus und Spaghetti gemeinsam?

… Beide gibt es nur im Plural. Das ist eine der ganz vielen Erkenntnisse, die die Journalistin, Bloggerin und Buchautorin Dr. Antje Schrupp in Darmstadt am 23.2.18 in der Veranstaltung „Freiheit-Gleichheit-Schwesterlichkeit“ an die Frau und an den Mann brachte.
http://www.zeit.de/kultur/2017-11/feminismus-sexismus-antifeminismus-debatte-10nach8
Feminismus sei heute vielfältiger und gefragter als jemals zuvor.
Platter Anti-Feminismus ist heute eher die Ausnahme. Das ist eine Erfahrung, die einige der Teilnehmerinnen wiedergaben. Vielmehr handelt es sich meist um subtile Formen der Diskriminierung von Frauen, die nur schwer klar zu benennen sind. Das erschwert angemessene Reaktionen. Und: Zornige Frauen passen noch immer nicht ins Konzept. Sie irritieren und stoßen auf Ablehnung.
Antje Schrupp ermuntert die anwesenden Frauen und Männer aber dazu, „radikal in den Forderungen zu bleiben“, Konflikte nicht zu scheuen und sich den Spaß am Weiterdenken und Andersdenken nicht nehmen zu lassen. Denn allzu oft gehe es noch immer um die Frage, was wir wollen sollen. Es sei wichtig, die eigenen Anliegen im Blick zu behalten und sich selbst immer wieder die Frage zu stellen: was will ich überhaupt. Dem eigenen Begehren folgen, ist das Credo von Antje Schrupp.
http://www.bzw-weiterdenken.de/personen/antje-schrupp/

In der Reihe „frei – emanzipiert – gleichberechtigt“ findet am 2.3.18 in Mainz ein weiterer Vortrag mit Workshop mit dem Publizisten Andreas Kemper statt. Dann wird es vor allem um neue rechte Bündnisse und Positionen zur Geschlechterpolitik gehen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von Carmen Prasse und Lydia Förster (Stabsbereich Chancengleichheit der EKHN) und Dr. Christiane Wessels (Fachbereich Erwachsenenbildung im Zentrum Bildung der EKHN).

Hier können Sie sich anmelden:
http://www.erwachsenenbildung-ekhn.de/veranstaltungen/events/detail/frei-emanzipiert-gleichberechtigt-2/

One Billion Rising am 14.2.2018

One Billion Rising
Eine Milliarde Menschen tanzen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen –
wir waren dabei!
Erstmals hat sich die Kirchenverwaltung der EKHN an der alljährlich überall auf der Welt stattfindenden Aktion am 14. Februar beteiligt. Zwischen 12:00 und 12:30 Uhr versammelten sich ca. 60 Beschäftigte auf dem Paulusplatz.

Der Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit hatte die Presse über die Veranstaltung informiert und eingeladen und eine Verstärkeranlage aufgebaut. So konnten Frau Striether vom Zentrum Oekumene und Frau Prasse aus dem Stabsbereich Chancengleichheit die Mitmachenden begrüßen und etwas zum Hintergrund der Aktion Gewalt gegen Frauen und Mädchen sagen. Frau Johanna Glanzner aus dem Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit zeigte allen eine Schrittkombination zum Tanzen. Sie wurde von Frau Julia Ramge dabei tanzend unterstützt.
Nachdem alle die Schrittkombinationen geübt hatten, wurde zur Musik von Tena Clark „Break the Chain“ getanzt. „Kirchenverwaltung in Bewegung“ – das konnten alle Zuschauenden sehen.
Die Pressevertreter hielten die Aktion schriftlich und bildlich fest. Via Facebook, Twitter und Zeitungsartikel wurde über die tanzende Kirchenverwaltung berichtet.
Beim abschließenden kleinen Obstimbiss in der Kirchenverwaltung gab es die Möglichkeit zum ungezwungenen Austausch über die Erfahrung des gemeinsamen Tanzens und den Hintergrund der Veranstaltung.
„Da machen wir 2019 wieder mit“ war der Wunsch vieler beteiligter Männer und Frauen und „das könnten wir öfters in der Verwaltung anbieten: Tanzen in der Mittagspause!“ Vielleicht wird es ja ein Angebot an den Gesundheitstagen?
Wir freuen uns, dass die Kooperation zwischen Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit, Zentrum Oekumene und uns so gut geklappt hat. Danke an alle Mitwirkenden aus diesen Bereichen.
Und ein großes Danke an die Beschäftigten, die die Veranstaltung durch ihr Mittanzen ermöglicht haben (und sich getraut haben!!!)

20 Jahre Gleichstellungsgesetz in der EKHN

Anlässlich des Jubiläums hielt Carmen Prasse vom Stabsbereich Chancengleichheit eine Rede auf der Herbstsynode 2017. Sie würdigte die Arbeit all der Frauen, die sich seit 1987 bis zur Verabschiedung des ersten Kirchengesetzes zur Gleichstellung von Mann und Frau engagiert und mutig für die gleichen Rechte von Männern und Frauen eingesetzt haben. Das erste Kirchengesetz zur Gleichstellung, das 1997 beschlossen wurde, war ein Meilenstein für die Gleichstellung von Männern und Frauen. Inzwischen wurde das Gesetz mehrmals novelliert und es wurde daraus das Chancengleichheitsgesetz, auf dessen Grundlage der Stabsbereich Chancengleichheit heute arbeitet. Ein weiterer Meilenstein war die Verabschiedung der Verordnung zur geschlechtergerechten Besetzung von Gremien.

Rede von Carmen Prasse: Redebeitrag Herbstsynode 2017

Der Stabsbereich Chancengleichheit und der Präses der EKHN-Synode, Herr Dr. Ulrich Oelschläger, luden anlässlich des Jubiläums alle Wegbereiter*innen und –begleiter*innen und die Synodalen zu einer Abendveranstaltung in die Heiliggeistkirche ein.

Unter dem Motto Oldies but goldies präsentierten die Brüderinnen, Frau Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum (Gesang) und Herr Stadtkirchenkantor Christian Roß (Klavier), ein stimmungsvolles Musikkabarett. Das Programm wurde schon vor ca. 20 Jahren geschrieben, war aber keineswegs veraltet. Es zeigte sich, dass viele Aussagen nach wie vor Gültigkeit haben.

Fazit: Es ist noch viel zu tun bis zur vollkommen Gleichstellung von Frauen und Männern. Gerade in einer Zeit, in der rechte Bewegungen und Parteien Antifeminismus und Anti-Gender Kampagnen starten, an überkommenen Geschlechterrollen festhalten wollen und Emanzipation und Gleichberechtigung im Kern ablehnen, ist es wichtiger denn je, einzutreten für die Chancengleichheit aller Menschen und ein gleichberechtigtes Leben in Vielfalt.

Lydia Förster