Archiv für den Monat: August 2018

CSD Motto – Du bestimmst nicht mein Geschlecht!

Vor dem Verwaltungsgebäude am Paulusplatz wurde die Regenbogenfahne anlässlich des „Christopher-Street-Day“ (CSD) 2018 zum vierten Mal auf Initiative des Stabsbereichs Chancengleichheit gehisst. Sie ist das Zeichen der Solidarität mit Menschen ganz unterschiedlicher sexueller Orientierung und Identität.

Mehr als 1500 Menschen folgten dem diesjährigen Aufruf von Vielbunt und Anderen und beteiligten sich an der CSD Demonstration. Erstmals war die Evangelische Jugendvertretung im Dekanat Darmstadt-Stadt mit einem eigenen Wagen bei der CSD-Parade durch die Stadt dabei.

Bei der Zwischenkundgebung vor der Krone sprachen z.B. Vertreter*innen von Queer Refuges, die u.a. auch auf die Situation in ihren Heimatländern aufmerksam machten. Ein weiteres Thema war, dass die erkämpften Rechte gegen rechts-populistische Kräfte verteidigt werden müssen.

Im Anschluss an den Umzug wurde ein buntes Fest mit zweidutzend Ständen am Riegerplatz gefeiert. Mitarbeitende der hessen-nassauischen Kirche unterstützten dabei den Stand der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK).

„Bei der HuK wurden auch Vorschläge für ein künftiges Mahnmal in Darmstadt gesammelt, das an Menschen erinnern soll, die wegen ihrer sexuellen Orientierung kriminalisiert wurden. Erst 1994 wurde der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches gestrichen, der unter anderem sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Insgesamt gab es während der Geltungsdauer des Gesetzes rund 140.000 Verurteilungen, darunter auch mindestens 50.000 im Nachkriegsdeutschland. Die hessen-nassauische Kirche setzt sich seit Langem für die Gleichstellung homosexueller Menschen ein. Sie wendet sich gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund von geschlechtlicher oder sexueller Identität und Orientierung. Zuletzt hatte die EKHN sich in einer umfangreichen Publikation mit Fragen zur Transsexualität auseinandergesetzt. Um für das Thema sensibel zu machen und für die Belange transsexueller Menschen in und außerhalb der Kirche einzutreten, veröffentlichte die hessen-nassauische Kirche im April 2018 eine Handreichung zur Transsexualität. Die Broschüre mit dem Titel „Zum Bilde Gottes geschaffen. Transsexualität in der Kirche“ will aus bewusst christlicher Perspektive heraus einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen in ihrer Vielfalt wahrgenommen und Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung beendet werden.“ (Auszug aus Pressemitteilung vom 16.08.2018 von Volker Rahn)

 

 

 

Volksabstimmung über die vom hessischen Landtag am 24. Mai 2018 beschlossenen 15 Gesetze zur Änderung der Verfassung des Landes Hessen

Unter anderem soll die Gleichberechtigung von Mann und Frau explizit in die Verfassung aufgenommen werden. Ziel der Änderung soll sein, die Durchsetzung der Gleichberechtigung zu fördern und bestehende Nachteile abzubauen. Dabei soll nicht nur der Abbau rechtlicher Ungleichheit stattfinden, sondern auch der Abbau gesellschaftlicher Diskriminierung insgesamt wird als Ziel dieser Verfassungsänderung genannt.

Im Artikel 1 Absatz 1 der hessischen Verfassung heißt es:

Alle Menschen sind vor dem Gesetze gleich, ohne Unterschied des Geschlechts, der Rasse, der religiösen und der politischen Überzeugung.

Unter Absatz 2 soll nun ergänzt werden:

Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Weitere Punkte der Verfassungsänderung sind u.a.:

Bei der Volksabstimmung haben Sie die Möglichkeit über alle 15 Änderungen im Gesamten abzustimmen oder jeder Änderung einzeln zuzustimmen. Informieren Sie sich über die einzelnen Änderungen vorab (sie können z.B. die oben genannten Punkte anklicken).

Hier der Musterbogen: Stimmzettel Volksabstimmung Hessen 2018 web 1

Nähere Informationen erhalten Sie unter: https://Wahlen.hessen.de

Wenn Sie nicht „en bloc“ abstimmen:

Ist, aus Sicht der Chancengleichheit, die Zustimmung zur Ergänzung des § 1 zur Stärkung und Förderung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen wichtig!